Es ist ein Déjá vu. Jedes verdammte Jahr kommt es wieder und lässt mich den Sommer lang nicht mehr los. Im Winter hilft mir die Kälte, die kurzen Tage und die allgemeine Depression mein eigenes Versagen zu ignorieren. Doch im Sommer ist es unmöglich sich in einer Winterjacke zu verstecken. Ich schaue in den Spiegel und möchte ihn in tausende Scherben zerbrechen, denn dann würde er nicht nur das Äußere meiner Selbst wieder geben sondern mein Seelenleben ebenfalls. Ich möchte mich nicht darüber beschweren, dass das Leben hart und unfair ist. Das hat jeder schoneinmal spüren müssen. Ich beschwere mich nicht über Andere, sondern nur über mich selber. Ich hatte ein verdammtest Jahr mich zu ändern und was habe ich geschafft? Am Anfang der Sommerferien letztes Jahr wog ich extrakt genauso viel wie jetzt, stand jeden Tag heulend vor dem Spiegel und hatte eine enge Beziehung zu einer Rasierklinge. Und was ist jetzt? 93 kg auf der Wage bei einer Größe von 1.60 m, der Blick in den Spiegel tut wieder so weh. Nur die Rasierklinge bleibt meiner Haut fern. Noch. Ich weiß nicht wie lange ich mich noch von ihr fernhalten kann. Es kommt alles wieder und ich weiß, dass wenn es wieder kommt.. wenn der Selbsthass wieder vor meiner Tür steht... dann fall ich tiefer als letztes Jahr. Irgendwie hatte ich es geschafft mich aufzurappeln, das Selbstverletzten sein zu lassen und etwas wie ein Leben aufzubauen. Ich habe Freunde gefunden und mein Leben mehr gelebt als jemals davor. Etwas Gutes hatte es dann doch... das letzte Jahr. Doch warum stürtz mein Kartenhaus wieder ein? Warum wankt es so stark? Dieses scheiß Gewicht hat eine so extreme Macht über mich, dass ich alles was ich über mich selber gelernt habe einfach vergesse. Eigentlich dachte ich vor 3 Monaten noch ich wäre reifer geworden und könnte zu mir stehen. Doch gerade hasse ich mich... und das so so sehr. Wäre ich diziplinierter gewesen, dann hätte ich jetzt kein Übergewicht mehr. Dann wäre ich jetzt schlank und vlt hübscher. Wäre stärker und aktravtiver. Doch mit einem Aussehen wie ein Kartoffelsack kann ich auch mir noch die Arme zerschneiden... denn sie werden ja nie ansehnlich sein...Es wird Zeit sich jetzt den wirklich wichtigen Dingen zu zuwenden. Kontrolle.
Hebt die Gläser und stoßt an, in einem Jahr werd ich schlank'!

Hallo Fides, wenn du willst, dass sich was ändert, dann musst du stark sein. Wenn du den Willen hast, dann wirst du das schaffen. Und denke nicht an das schneiden nach, denn nächstes Jahr tut es dir sonst leid, dass du dir Narben zugefügt hast, und sobald du dann endlich anziehen kannst, was du willst, sieht jeder diese Narben. Ich kenn das Gefühl. Öffne nicht die Tür, wenn der Selbsthass davor steht. Bleib stark, ändere deine Ernährung, Muskeln aufbauen ist auch wichtig. Jeder Anfang ist schwer. Keiner sagt, dass es leicht wird. Aber ich glaube an dich. Ich weiß dass du es schaffen wirst. Und ich freue mich bald hoffentlich zu hören, dass es dir besser geht. Ich wünsche dir ganz viel Mut und Stärke.
AntwortenLöschenAlles liebe J.
Ich gebe Shining Wombat da vollkommen Recht - ganz egal, wie schlimm der Druck sein sollte, wie unerträglich dir alles erscheinen mag, bitte versuche stark zu sein und dich nicht vom Rufen und Locken der Klinge einnehmen zu lassen. Auch wenn du manchmal vielleicht glaubst, du brauchst die Klinge, den Schmerz, das Blut, glaub mir, du brauchst das alles nicht.
AntwortenLöschenIch kann gut nachvollziehen, wie du dich mit deinem Gewicht fühlst, ich selbst bin zwar 12cm größer als du, dafür aber auch ein gutes Stück schwerer. Doch das ist kein Grund, dich zu hassen - warte mit der Selbstliebe und der Akzeptanz nicht darauf, dass du endlich dünn bist, nur weil du glaubst, dass es mit den schwindenden Kilos von alleine passiert, denn das tut es nicht. Du musst LERNEN, dich selbst zu lieben, dich zu akzeptieren und das ist ein verdammt weiter und harter Weg. Fange JETZT damit an, warte nicht damit, nur weil du glaubst, dir deine Liebe erst verdienen zu müssen. Was magst du an dir? Hast du ein schönes Lächeln, volle Lippen, schönes Haar, ein schönes Gesicht? Sag es dir! Statt in den Spiegel zu sehen und zu denken, wie dick dein Bauch doch ist und wie stämmig vielleicht die Beine wirken, denke: "Ich habe schöne Hände. Ich mag meine Augen. Ich habe ein hübsches Gesicht und schöne, volle Lippen."
Nimm dir Zeit für dich. Einen Abend in der Woche, in der du alles tust, was dir und seinem Selbstwertgefühl zugute kommt - koche dir eine gesunde und leckere Mahlzeit, lies ein gutes Buch, sieh dir einen guten Film an, nimm ein langes Bad und betreibe ein bisschen zusätzliche Körperpflege, wobei du dich da vor allem auf die Bereiche konzentrierst, die dir besonders gut gefallen. Das klingt banal, aber mir persönlich hilft das immer ungemein. Und: Sollte dich die Melancholie mal überkommen, dann nimm sie an und - so blöd das klingt - genieße sie. Es ist okay, traurig zu sein, es ist okay, sich selbst und das gesamte Leben hin und wieder mal in Frage zu stellen. Es ist wichtig, dass man solche Gefühle nicht verdrängt, doch noch wichtiger ist es, dass man sich ihnen nicht hingibt und liegen bleibt, wenn Traurigkeit, Selbsthass und Hoffungslosigkeit einen überrollt haben. Du wirst sehen, dass die Sache mit dem Abnehmen viel einfacher wird, wenn du deine Einstellung zu dir selbst änderst.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und bin mir sicher, dass du es schaffst, etwas an deiner momentanen Situation zu verändern. Und bitte hasse dich nicht für das, was du bist, Fides. Ich kenne dich nicht, doch ich glaube zu wissen, dass hinter diesem Blog eine wunderbare,großartige und liebenswerte Person steckt. Ich wünsche mir, dass du das auch irgendwann erkennen kannst.